Transgender Day of Remembrance 2019

Weltweit geschehen täglich Hassverbrechen gegen trans* und gender-non-konforme Menschen. Am 20. November wird jährlich allen trans* Menschen gedacht, die aufgrund von Transfeindlichkeit ihr Leben verloren haben. Viele Morde an trans* Menschen gehen einher mit besonders grausamer Gewalt, einschließlich sexualisierter Gewalt. Auch in NRW kommt es häufig zu verbalen und auch körperlichen Übergriffen gegenüber trans* und gender-non-konformen Menschen. Diese werden meist nicht angezeigt. Wenn doch, kommen die Täter meist straffrei davon. In besonders großer Gefahr sind trans* Menschen, die von mehrdimensionalen Diskriminierungen betroffen sind, insbesondere trans* Frauen of Colour und Schwarze trans* Frauen sowie trans* Sexarbeiter*innen.

Die Tödlichkeit von Transfeindlichkeit zeigt sich in Deutschland vor allem in der hohen Suizidrate von trans* Menschen, die deutlich höher liegt als bei cis Menschen. Das muss sich dringend ändern!

In Deutschland sind Diskriminierungen gegenüber trans* Menschen noch immer gesetzlich und institutionell verankert – durch Pathologisierung und Bevormundung z.B. beim Zugang zu transspezifischer Gesundheitsversorgung und zu einem korrekten Geschlechtseintrag (oder keinem).

All dies zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen und stärken. Lasst uns zudem weiterhin auf der Straße und in der politischen Interessenvertretung dafür kämpfen, dass geschlechtliche Vielfalt selbstverständlich wird und dass alle trans* und gender-non-konformen Menschen sich und das Leben feiern können, ohne um ihre Sicherheit fürchten zu müssen.

Am 16. November hat das NGVT* NRW gemeinsam mit der Landeskoordination Trans* und zahlreichen Gruppen und Initiativen aus Bielefeld und Paderborn zu einem TDoR-Aktionstag in Bielefeld eingeladen, unter dem Motto „Gedenken, Solidarität und Empowerment“. In einer Demo mit zahlreichen Redebeiträgen, Plakaten und Transparenten sind wir gemeinsam auf die Straße gegangen, um Trans*feindlichkeiten zu benennen und ihnen unsere Trans*-Solidarität entgegenzusetzen. Gemeinsam haben wir die Namen der 331 trans* Menschen, die im vergangenen Jahr aus transfeindlichen Motiven ermordet wurden und deren Ermordung vom „Trans Murder Monitoring“-Projekt dokumentiert wurde, zum Gedenken an einem Band mit uns getragen. Nach einem stärkenden Essen folgte im Falkendom eine Gedenkfeier für alle aufgrund von Trans*feindlichkeit verstorbenen Menschen. Anschließend konnten wir uns mit sehr eindrücklichen Beiträgen von fünf trans* Spoken-Word-Künstler*innen und großartigen Musikbeiträgen von Mika, Anurhada & Kamalanetra sowie FinkBass auf unsere Stärke besinnen und unsere Leben feiern. Vielen herzlichen Dank an alle engagierten Mitorganisator*innen, Künstler*innen und Teilnehmer*innen!

Am Trans Day of Remembrance am 20. November lädt das T*Café zum TDoR alle trans*, nicht-binären und genderqueeren Menschen jeglichen Alters in den Falkendom in Bielefeld (Meller Str. 77) ein. Auch für Angehörige ist das T*Café an diesem Tag geöffnet. Es besteht die Möglichkeit gemeinsam Kerzen zu gestalten und vegan zu kochen. Am 26. November findet im Rahmen der Bielefelder TDoR-Aktionstage im Mädchentreff Bielefeld (Alsenstr. 28) eine Lesung mit Felicia Ewert zum Thema „Transfeindlichkeit – Aspekte geschlechtlicher Mar­ginalisierung“ statt. Weitere Infos dazu hier: https://ngvt.nrw/tdor-2019/.

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