/Transsexuellengesetz / TSG

Das Transsexuellengesetz – auch TSG genannt – ist 1981 auf Grundlage eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes verabschiedet worden, um trans* Personen die gesetzliche Möglichkeit zu geben, ihren Vornamen sowie ihren Geschlechtseintrag offiziell anpassen zu können. Neben den beiden Paragraphen, die sich mit der Änderung des Namens und des Geschlechtseintrags befassen, beinhaltet das Gesetz zusätzlich mit dem Offenbarungsverbot einen Schutz, dass es auf Wunsch der Person keine Möglichkeit geben darf, Rückschlüsse darauf zu ziehen, dass die Person einmal anders hieß und ein anderes Geschlecht für sie dokumentiert war.

Dies bedeutet, die durch das TSG erfolgten Änderungen haben nicht nur Einfluss auf neu ausgestellte Dokumente, wie einen neuen Reisepass, Personalausweis oder Führerschein, sondern ermöglichen auch die Änderung aller Einträge bis hin zur Geburtsurkunde. Auch Abschlusszeugnisse, Arbeitszeugnisse und andere Dokumente können mit Hinweis auf das Offenbarungsverbot angepasst werden, so dass auch bei Bewerbungen keine Verwirrung entsteht, wenn der Name der Person nicht mit den Namen auf dem Zeugnis übereinstimmt.

Seit es das Gesetz gibt, wurde es mehrfach aufgrund von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts geändert, da das Gericht mehrere Elemente als verfassungswidrig erklärt hatte. So gilt heutzutage für die Anwendung des Gesetzes nicht mehr die Altersgrenze von 25 Jahren, Ehen, die vorher bestanden, müssen nicht mehr geschieden werden und die Anrede muss bereits nach der Vornamensänderung dem richtigen Geschlecht entsprechen. Darüber hinaus waren bis Anfang 2011 eine operative Geschlechtsangleichung und der Nachweis der Unfruchtbarkeit zwingende Voraussetzung für die Personenstandsänderung.

Das TSG wird weiterhin scharf kritisiert, unter anderem, da es obligatorische Begutachtungen durch Sachverständige vorschreibt.

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