Rückblick auf das Vernetzungstreffen in Bielefeld

Am 13. und 14. Juli hatten wir unser zweites Vernetzungstreffen im Jahr 2019. Zwanzig engagierte trans* Menschen aus vielen verschiedenen Orten in NRW waren für das Treffen nach Bielefeld gekommen.

Zu Beginn des ersten Tages hielt Hannuh Frings einen Workshop zum Thema Nicht-Binarität und die Möglichkeiten nicht-binäre Menschen in Trans*-Selbsthilfe-Gruppen zu integrieren. Wir haben festgestellt, dass es viel Diskussionsbedarf im Netzwerk gibt. Viele Gruppen wünschen sich mehr Kommunikation innerhalb des Netzwerkes darüber, welche Gruppen auf nicht-binäre Menschen gut eingehen können. Sie könnten dann an diese weiterverweisen.

Nach dem Mittagessen gab es parallel einen Workshop zum Thema „Findung des neuen Vornamens“ von Sophie Sänger und einen Vortrag zum Thema „Diskriminierung und Gewalt im Leben von LSBT*I*Q+“ von Şefik_a Gümüş. Im Workshop zur Namensfindung stellte sich heraus, dass für manche eher die Außenwirkung und für andere eher das eigene Empowerment bei der Namensfindung im Vordergrund stehen.

Şefik_a Gümüş ging unter anderem auf unterschiedliche Formen von Mikroaggressionen und ihre oft gravierenden Folgen ein und stellte die Kampagne www.ich-zeige-das-an.de vor. Im Verlauf des Tages gab es noch die Möglichkeit einer Einzelberatung bei Şefik_a Gümüş. Wer juristische Beratung braucht, weil sie*er beispielsweise nicht einschätzen kann, ob und wie eine diskriminierende Handlung angezeigt werden kann, kann sich gerne direkt an Şefik_a Gümüş wenden: sefika.guemues(at)rubicon-koeln.de.

Außerdem leitete Natascha Zimmermann am Nachmittag einen Tanzworkshop. Sie ermöglichte so die Freude an der Bewegung zur Musik ganz ohne binäre Zwänge. Am Samstagabend haben wir zusammen unsere Freizeit unter anderem mit Karaoke-Singen verbracht.

Am Sonntag gab es die Möglichkeit an einem queeren Schreibworkshop zum Thema „Life doesn’t have to have a conclusive narrative“ von Jespa Kleinfeld teilzunehmen. Im Workshop wurden nicht nur Schreibtechniken vermittelt. Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir als trans* Personen oft gezwungen sind unsere Geschichte als Erklärung oder Rechtfertigung zu aufzubauen. Die daraus resultierenden oft an Normen orientierten Erzählmuster können durchbrochen werden.

Zudem wurden am Sonntag drei Themen besprochen und diskutiert, die den Teilnehmenden besonders am Herzen lagen. Das waren zum einen die aktuelle Rechtslage im Zusammenhang mit dem Personenstandsgesetz und dem TSG und außerdem die Auseinandersetzungen mit Krankenkassen für die Kostenübernahme bei transspezifischen Leistungen. Wir haben hierzu Informationen und Tipps ausgetauscht und nochmal festgestellt, wie wichtig überregionale Vernetzung ist. Zudem wurde noch einmal über das Thema Vielfalt im Netzwerk gesprochen. Das NGVT* bringt als Verband ganz unterschiedliche Gruppen zusammen. Diese haben trotz der gemeinsamen Anliegen teilweise auch sehr unterschiedlichen Positionierungen und Ansichten. Wir werden bei den folgenden Treffen weiter dazu im Gespräch bleiben.

Zum Abschluss wurden einige der im Workshop am Vormittag entstandenen Text und andere Lieblingstexte von den Teilnehmenden vorgelesen.

Wir haben uns sehr gefreut, dass sich wieder viele Personen und Gruppen aus NRW (besser) kennenlernen und miteinander vernetzen konnten. Wir haben bei diesem Treffen Themenschwerpunkte des letzten Vernetzungstreffens wieder aufgegriffen. Dadurch wurde deutlich, dass sich der junge Verband in einem konstruktiven Prozess der Entwicklung befindet. Als eine Verbesserung zum letzten Treffen wurden die praktisch ausgerichteten Workshops (Tanzen, Schreiben) erlebt.

Als Vorstand möchten wir uns für die vielen Impulse bedanken! Wir bemühen uns, auf die zur Sprache gebrachten Anliegen in den kommenden Wochen und Monaten einzugehen.

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