Intersexuell / Intersexualität

„Intersexuell“ bzw. „Intersexualität“ ist ein ursprünglich medizinischer Sammelbegriff, der betont, dass es bei der Ausbildung der menschlichen Geschlechtsmerkmale viele Zwischenstufen zwischen „weiblich“ und „männlich“ gibt.

Der Begriff Intersexualität wurde 1915/16 von dem Genetiker Richard Goldschmidt geprägt. 2006 wurde er im medizinischen Sprachgebrauch international durch DSD (engl.: „disorders of sex development“ = „Störungen der geschlechtlichen Entwicklung“) ersetzt. DSD suggeriert mit dem Begriff „Störung“, dass einige Variationen menschlicher Körper „normaler“ und somit wünschenswerter seien als andere. Körper, die diese Norm nicht erfüllen, gelten aus dieser Perspektive als „untypisch“ oder „gestört“.

„Intersexuell“ wird heute noch von vielen intergeschlechtlichen Menschen als (neutrale) Selbstbezeichnung verwendet. Andere lehnen den Begriff allerdings ab, weil sie sich durch ihn pathologisiert fühlen. Ebenso kann durch das Suffix „sexualität“ im Deutschen das Missverständnis entstehen, dass es sich wie beispielsweise bei Homo- oder Bisexualität um eine sexuelle Identität handeln würde. Deswegen werden oft lieber die Begriffe „inter*“, „Intergeschlechtlichkeit“ oder „Zwischengeschlechtlichkeit“ verwendet.