Coming-out

Der Begriff „Coming-out“ (wörtlich übersetzt „Herauskommen“) hat seine Wurzeln im englischen Sprachraum. Es ist abgekürzt aus der Redensart „coming out of the closet“ – „aus dem Schrank kommen“. Dieser Schrank symbolisiert die Enge und das Eingesperrtsein in den Normen einer Gesellschaft, die Heterosexualität, Cisgeschlechtlichkeit und das binäre Geschlechtermodell als einzig mögliche Lebens- und Liebensmodelle betrachtet.

Coming-out meint damit also den Schritt, die eigene sexuelle oder geschlechtliche Identität zu leben und sich anderen Menschen zu zeigen. Hierbei wird zwischen dem inneren und dem äußeren Coming-out unterschieden.

Das innere Coming-out beschreibt den Vorgang, sich selbst als die Person zu erkennen und anzunehmen, die man ist. Es ist das Ende eines oftmals langen Prozesses der Selbsterkenntnis. Das äußere Coming-out ist der Schritt, sich gegenüber anderen Menschen als die Person zu zeigen, die man ist. Oft ist dieses Coming-out mehrschrittig. Meist öffnen sich Menschen zunächst sehr nahen Personen wie der Familie oder engen Freund*innen gegenüber und dann nach und nach auch gegenüber anderen Menschen. Für die meisten lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und weiteren Menschen, die nicht den beschriebenen gesellschaftlichen Normen entsprechen, ist es ein großer Schritt, „es“ den Eltern, dem Freund*innen-Kreis oder dem kollegialen Umfeld zu sagen – eine Entscheidung, die oft Mut erfordert.